Geschlecht ist vielfältig und umfasst unterschiedliche Ausprägungen und Identitäten. Rechtlich sind heute vier Optionen anerkannt: weiblich, männlich, divers und ohne Geschlechtseintrag.
Im Seminar befassen wir uns mit kultureller, biologischer und politischer Geschlechtervielfalt, insbesondere mit Intergeschlechtlichkeit. Dazu analysieren wir das Alltagsbild der Zweigeschlechtlichkeit, dem zufolge es nur „Mann“ und „Frau“ gibt, und stellen vereinfachte Vorstellungen aus Schulbüchern aktuellen Forschungsergebnissen gegenüber, die ein biologisches Geschlechterspektrum belegen.
Wir beschäftigen uns damit, wie in westlichen Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert trotz körperlicher Vielfalt Geschlecht soziokulturell auf die beiden Ausprägungen „Mann“ und „Frau“ reduziert wurde, und wie diese Vorstellung im Kolonialismus, oft unter Zerstörung lokalen Wissens, global verbreitet wurde. Dabei lernen wir auch historische und heutige Kulturen weltweit kennen, in denen Geschlechtervielfalt existiert(e) und anerkannt wurde bzw. ist.
Wir befassen uns außerdem mit den Diskursverschiebungen der letzten vierzig Jahre zu Geschlechtervielfalt, die trans* und inter* Personen auf gesellschaftlicher, kultureller und politischer Ebene Existenz und Anerkennung ermöglichen. Diese Veränderungen sind maßgeblich dem Aktivismus von trans* und inter* Personen zu verdanken.
- verantwortliche Lehrperson: Helene Götschel