Als Präzisionsgerät, mit dem sich die Himmelsrichtung bestimmen lässt, dient ein Kompass der räumlichen Orientierung. Der Begriff lässt sich aber auch metaphorisch fassen, im Sinne eines moralischen oder politischen Kompasses, der die eigenen Handlungen rahmt und leitet. Beide Auslegungen werden der Auseinandersetzung mit medialen Verhandlungen von Flucht und Migration, die die angebotene Lehrveranstaltung in den Blick nimmt, zugrunde gelegt. Betrachtet und analysiert werden dabei sowohl Filme und Fotografien, deren Entstehung mit den Flucht- und Migrationserfahrungen ihrer Autor:innen unmittelbar verknüpft sind, als auch künstlerische Arbeiten, die Zugänge zu spezifischen transitorischen Räumen im Kontext von Flucht und Migration eröffnen, z.B. zu Fluchtrouten, improvisierten Architekturen und temporären Aufenthaltsorten, wobei auch die spezifischen Infrastrukturen der Kontrolle und Organisation, die diese Räume prägen, ins Blickfeld rücken.

Im Lauf des Seminars werden Sie insbesondere Positionen – Fotografien, Künstler:innen- bzw. Fotobücher und filmische Arbeiten – kennenlernen und analysieren, die mit dem Mittelmeer als Grenzraum verknüpft sind – in verschiedenen Kapiteln, die bis in die Gegenwart reichen, und unter Einbezug relevanter theoretischer Zugänge.

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