Die globale Autoritarisierungswelle der letzten Jahre und spätestens die zweite Amtszeit des US-Präsidenten Donald Trump haben Diskussionen um den Begriff des Faschismus neu befeuert. Dabei steht heute oft die Frage im Mittelpunkt, ob gegenwärtige Regierungen oder Parteien legitimerweise als faschistisch bezeichnet werden können - oder eben eher als autoritär, autokratisch, populistisch, totalitär?

Die Frage nach einem Begriff des Faschismus ist dabei keine neue: Im Seminar werden wir daher der Geschichte des Faschismusbegriffs (und damit einhergehend auch vergangenen Formen faschistischer Herrschaft) ebenso nachgehen wie der Frage, ob und unter welchen Bedingungen sich in der Gegenwart von einem neuen Faschismus sprechen lässt. Wir rezipieren dafür sowohl unterschiedliche Spielarten marxistischer Faschismustheorien, die Auseinandersetzung mit dem Faschismus aus der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule heraus, als auch neuere und weniger prominente/randständigere Ansätze.

Zentrale Fragestellungen des Seminars sind dabei unter anderem: (Warum) Brauchen wir einen Begriff des Faschismus? Was macht faschistische Herrschaft aus? Wie unterscheidet sie sich von anderen Formen autoritärer Herrschaft? In welchem Verhältnis stehen Faschismus und liberale Demokratien? Was hat Faschismus mit Kapitalismus zu tun? (Wo) haben wir es heute mit einem (neuen) Faschismus zu tun?

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