Das Nibelungenlied, ein um 1200 anonym entstandenes, mittelhochdeutsches Heldenepos, erzählt von dem sagenumwobenen Drachentöter Siegfried aus Xanten, der einem heimtückischen Verrat zum Opfer fällt, woraufhin seine geliebte Frau Kriemhild auf blutige Rache sinnt. Der Text stellt einen der berühmtesten Klassiker der deutschen Literaturgeschichte des Mittelalters dar und wurde im Jahre 2009 in das Register des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.

Insbesondere nach seiner Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert setzte eine ebenso umfangreiche wie breit gefächerte Rezeption des Nibelungenlieds ein, die über dessen Aufstieg zum deutschen Nationalepos im 19./20. Jahrhundert hinaus bis in die Gegenwart reicht und sich durch einen hohen Grad an Multimedialität auszeichnet. Bezüglich der verschiedenen medialen Adaptionen zeigt sich, dass die Bereiche Kunst, Musik, Literatur und Film teils eng miteinander verwoben sind.

Im Seminar werden multimediale Aspekte der Rezeption analysiert, um herauszustellen, wie und wozu das Nibelungenlied im Spiegel der jeweiligen historischen Epochen rezipiert wurde und noch immer wird. Neben der Nibelungen-Rezeption in Kunst und Musik (Richard Wagners Oper „Der Ring des Nibelungen“, 1853) werden sowohl theatralisch-dramatische (Friedrich Hebbels Trauerspiel „Die Nibelungen“, 1861/66) als auch filmische Bearbeitungen (Fritz Lang: „Die Nibelungen“, 1924) des Stoffes untersucht. Thematisiert werden zudem Nacherzählungen des Werkes (Auguste Lechner, 1951 und Franz Fühmann, 1971), deren möglicher Einsatz im Deutschunterricht einer kritischen Reflektion unterzogen werden soll.

Literatur:

Bitte erwerben Sie zu Beginn des Seminars folgenden Reclam-Titel:

Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch

ISBN-13:          978-3150189146        (17,80 €)

Literaturhinweise sowie Angaben über die zu erbringenden Studienleistungen werden in der ersten Seminarsitzung bekanntgegeben.

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