In den letzten Jahrzehnten unterlagen Familienstrukturen und Rollenbilder einem tiefgreifenden Wandel. Während die Soziologie diesen Wandel meist als Anpassung an moderne Lebensbedingungen beschreibt, interpretieren verschiedene Akteure ihn als Bedrohung einer "natürlichen Ordnung". Dieses Seminar untersucht das Spannungsfeld zwischen soziologischen Realitäten und deren ideologischer Instrumentalisierung.
Ausgangspunkt sind die Veränderungen durch die Second Demographic Transition (z.B. Lesthaeghe). An diese knüpft die Argumentation von Goldscheider et al. an, nach der die Veränderungen in den Beziehungsdynamiken im privaten wie im öffentlichen Raum Teil einer umfassenden Gender Revolution sind. Im Vordergrund steht die Frage, warum der Wandel im Privaten ("Second Half of the Revolution") oft stagniert. Hierfür wird auf verschiedene zentrale Konzepte und empirische Arbeiten eingegangen.
Um die Persistenz traditioneller Rollenbilder zu fassen, werden klassische familienökonomische Ansätze (insbesondere Becker) erarbeitet und kritisch beleuchtet:
Ausgangspunkt sind die Veränderungen durch die Second Demographic Transition (z.B. Lesthaeghe). An diese knüpft die Argumentation von Goldscheider et al. an, nach der die Veränderungen in den Beziehungsdynamiken im privaten wie im öffentlichen Raum Teil einer umfassenden Gender Revolution sind. Im Vordergrund steht die Frage, warum der Wandel im Privaten ("Second Half of the Revolution") oft stagniert. Hierfür wird auf verschiedene zentrale Konzepte und empirische Arbeiten eingegangen.
Um die Persistenz traditioneller Rollenbilder zu fassen, werden klassische familienökonomische Ansätze (insbesondere Becker) erarbeitet und kritisch beleuchtet:
- Fördert Spezialisierung wirklich die Effizienz oder zementiert sie vor allem Machtasymmetrien?
- Welche ökonomischen Risiken (z. B. Humankapitalverlust) entstehen durch die traditionelle Arbeitsteilung?
- Inwiefern stützen staatliche Rahmenbedingungen diese rationalen Entscheidungen?
Außerdem wird im Seminar analysiert, wie verschiedene politische Strömungen an diese soziologischen Bruchstellen anknüpfen. Neben der Ästhetisierung traditioneller Rollenbilder steht die Politisierung der "natürlichen Ordnung" im privaten Raum im Vordergrund.
Studierende lernen hierbei, familiensoziologische Theorien kritisch anzuwenden und zu erkennen, inwieweit wissenschaftliche Diskurse über Demografie und Ökonomie extremistisch umgedeutet werden.
- verantwortliche Lehrperson: Sven Alexander Brocker
ePortfolio: Nein