Die Frage nach Krieg und Frieden ist aktueller, als man es sich wünschen würde. Im Mittelpunkt der Friedensethik steht der Schutz vor Gewalt, doch müssen neben der Abwesenheit von Krieg und physischer Gewalt auch Freiheit, Gerechtigkeit und Recht mit in den Blick genommen werden. Die europäische Tradition der Friedensethik ist dabei entscheidend durch Impulse der griechischen Philosophie und des römischen Rechts, vor allem aber auch der jüdisch-christlichen Überlieferung geprägt.
Im Seminar erarbeiten wir verschiedene Positionen zur evangelischen Friedensethik, die jedoch alles andere als einheitlich sind: Es macht einen Unterschied, ob von Kriterien des Gerechten Kriegs oder des Gerechten Friedens gesprochen wird, ob ein ethisches Urteil für radikalen Pazifismus und Gewaltverzicht oder für die responsibility to protect plädiert. Friedensethische Güterabwägungen in Bezug auf konventionelle und nukleare Abschreckung, Waffenlieferungen, Wehrpflicht und die He¬rausforderungen von hybrider Kriegsführung sind nicht einfach und verlangen nach sorgfältigen Argumentationen.
Obligatorischer Bestandteil des Seminars ist eine Abendveranstaltung (24. Juni 2026,18–20 Uhr) in Kooperation mit der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG), bei der Dr. Maximilian Schell, Mit-Autor der 2025 veröffentlichen Friedensdenkschrift der EKD, zu Gast sein wird. Die Vorbereitung und Organisation dieser Veranstaltung sind Teil des Seminars.
- verantwortliche Lehrperson: Clemens Wustmans