Prozesse der Politikgestaltung sind neben der Sphäre der Entscheidungsträger*innen (Regierung, Parlament, Verwaltung und Kommunen) und der Sphäre der Einflussträger*innen (Interessen-gruppen gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Interessen, Unternehmen, Verbände, NGOs) geprägt. Doch mit dem Suchen und Finden mehrheitsfähiger politischer Entscheidungen hört der politische Prozess nicht auch. Während der Politikimplementation, in der die Verwaltung eine zentrale Rolle mit eigenem Handlungsspielraum einnimmt, werden Einflussträger*innen sowohl direkt einbezogen als auch prozessbegleitend aktiv. Denn gerade in der konkreten Ausgestaltung politischer Entscheidungen ist deren Expertise besonders gefragt, es zeigen sich jedoch auch die Interessensgegensätze zwischen den Akteuren.
Ziel des Projektseminars ist die Anwendung, Vertiefung und Reflexion politikwissenschaftlicher Theorien, Konzepte und Methoden im Hinblick auf die Entwicklung eines eigenen Forschungsprojekts. Anhand von selbstgewählten empirischen Anwendungsfällen, die mit Methoden der Qualitativen Inhaltsanalyse (QIA) bearbeitet werden, lernen die Studierenden, welche Handlungsspielräume politische Akteure in institutionellen Strukturen haben (können) und wie sie diese tatsächlich genutzt haben. Sie sind in der Lage, Handlungsmöglichkeiten und -blockaden im Politikgestaltungsprozess zu identifizieren, um politisches Geschehen zu analysieren.
- verantwortliche Lehrperson: Maximilian Schiffers