Das Seminar verhandelt Kunstvermittlung an der Schnittstelle von Stadtraum, Kirchenraum und digitalem Labor. Ausgangspunkt sind Alltagswege, Routinen und Situationen, die in verdichtete Formen wie Gesten, Handlungsanweisungen, Wegeprotokolle und Textfragmente überführt werden. Vor diesem Hintergrund wird gefragt, wie Kirchenräume als städtische, soziale und ästhetische Räume gedacht werden können und welche Spannungen entstehen, wenn sie zwischen sakraler Praxis, kultureller Nutzung und biennaler Aufmerksamkeit pendeln. Dabei spielt auch die Frage eine Rolle, wer diese Räume selbstverständlich betreten kann und für wen Schwellen bleiben.
Exkursionen bilden inhaltliche Achsen: Eine Spurensuche nach gelebtem Fluxus in Köln und Düsseldorf nimmt historische und aktuelle Formen von Event Scores, Alltagseingriffen und institutionellen Verschiebungen in den Blick. Ein Besuch im ZADIK – Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels in Köln eröffnet Einblicke in Fragen von Archivierung, Netzwerken und Sichtbarkeit im Kunstbetrieb. Weitere Exkursionen führen zu künstlerischen Arbeiten im öffentlichen Raum im Umfeld der Universität in Essen sowie gemeinsam mit der Lehrveranstaltung von Prof. Katja Böhme in das Kunstmuseum Bochum zur Ausstellung Yuko Mohri & Ei Arakawa-Nash – How We Meet (7. März – 13. September 2026). Die Exkursionen dienen dazu, künstlerische Praktiken zwischen Stadtraum, Institution und Ausstellung zu analysieren und daraus Ansätze für eigene Vermittlungsformate zu entwickeln.
Im Verlauf des Semesters entstehen Vermittlungsformate, die Alltagswege und Aufenthaltsorte mit den Fragestellungen der Manifesta verbinden. Diese Formate werden als offene Anleitungen gefasst, mit denen Besucherinnen und Besucher ihre Wahrnehmung von Stadtraum, Kirche und Öffentlichkeit verschieben können. Die Szenarien werden dokumentiert, gemeinsam reflektiert und zu übertragbaren Formaten für unterschiedliche Kontexte der Kunstvermittlung verdichtet. Ausgewählte Ergebnisse werden im Hinblick auf eine Integration in das DIGITAL ART EDUCATION LAB aufbereitet und als Vermittlungsscores formuliert.
Ziele des Seminars sind:
Vermittlungsformate zu entwickeln, die zwischen analogem Raum (Kirche, Stadtraum, Labor) und digitaler Plattform vermitteln, die eigene künstlerisch-vermittelnde Praxis im Umgang mit Gesten, Wegen, Text und geteilten Handlungen zu schärfen,ein Set von Vermittlungsscores zu erarbeiten, das Themen derManifesta 16 Ruhr in alltägliche Situationen überführt und als Material für das DIGITAL ART EDUCATION LAB zur Verfügung steht.
- verantwortliche Lehrperson: Stephanie Sczepanek