Von der Stadt Rom ging im Laufe der letzten vorchristlichen Jahrhunderte bekanntlich die Entstehung eines Weltreiches aus. Die Stadt wurde im Zuge dessen zu einer für antike Verhältnisse enorm ausgedehnten Metropole. Dies wirft die Frage auf, inwiefern die frühere Geschichte der Stadt – vor der imperialen Expansion – im urbanen Raum präsent blieb. Das Thema der Grenzen (in) der Stadt Rom stellt einen interessanten Zugriff dar, um dieser Frage nachzugehen. Dabei soll sich in diesem Seminar zeigen, dass alten Grenzen und Stadtmauern bzw. -toren weiterhin große Bedeutung zugeschrieben wurde, obwohl die Stadt faktisch deutlich über diese hinausgewachsen war und das Imperium den ideologischen Anspruch der Grenzenlosigkeit erhob. Ein wesentlicher Grund dafür bestand offenbar darin, dass diese Grenzen auf die Frühzeit verwiesen und historisches Wissen über die Anfänge der römischen Geschichte topographisch verankerten.

Das Hauptseminar ist als Bindeglied zwischen dem Proseminar Alte Geschichte und den Anforderungen des selbstständigen wissenschaftlichen Arbeitens konzipiert. Dies bedeutet, dass grundlegende Arbeitsweisen der Geschichtswissenschaft, die Sie aus den Proseminaren kennen sollten, durch immer selbstständigere Arbeit gefestigt und vertieft werden.

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