- „Die Routine genießt trotz ihrer weiten Verbreitung in modernen Großorganisationen kein besonderes Ansehen.“ Mit dieser Feststellung beginnt Niklas Luhmann seine Veröffentlichung „Lob der Routine“, die erstmals 1964 erschien. Mehr als 60 Jahre später kann Luhmanns Diagnose weiterhin Gültigkeit beanspruchen. Dabei sind Routinen nach wie vor wesentliche Voraussetzung für effizientes und effektives Handeln in (Wirtschafts-) Organisationen. Hier werden Routinen zu Aufgabenstellungen wie Führung, Qualität, Nachhaltigkeit, Arbeitssicherheit/ Gesundheitsschutz etc. als „Prozesse“ definiert und bereitgestellt, um kommunikative und andere Handlungen zu regulieren. Solche Prozesse sind ihrerseits Resultat routinisierter, also systematisiert definierter und kommunikativ getragener Prozesse. Neben diesen explizit und zumeist transparent definierten Routinen prägen Organisationssysteme auch implizite, nicht unmittelbar zugängliche Routinen aus, die ritualisierte Züge aufweisen können.
- Die Veranstaltung setzt sich mit der Etablierung und Funktion expliziter wie impliziter Routinen in Unternehmen auseinander, wobei kommunikative Routinen, seien sie explizit oder implizit etabliert, besondere Aufmerksamkeit erfahren.
- Die Auftaktveranstaltung führt in die Thematik ein. In Form von Referaten befassen sich die Studierenden mit ausgewählten Fragestellungen zur Installation, Realisierung und Bewertung von (kommunikativen) Routinen. Die eigentliche Blockveranstaltung setzt an diesen Referaten an. In praktischen Übungen erproben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die erlernten Zugänge an realitätsnahen Aufgabenstellungen.
- verantwortliche Lehrperson: Guido Wolf
ePortfolio: Nein