Religionsbezogene Gewalt gehört seit mehreren Jahrzehnten zu den intensiv diskutierten Themen der historischen Forschung. Insbesondere seit den terroristischen Anschlägen zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird erneut intensiv darüber debattiert, wie Religion und Gewalt zusammenhängen: Sind religiöse Konflikte primär Ausdruck politischer Interessen oder bergen Religionen selbst ein spezifisches Gewaltpotenzial? Das Oberseminar untersucht diese Fragen aus einer epochenübergreifenden und transnationalen Perspektive. Anhand ausgewählter Fallstudien analysiert das Seminar den Zusammenhang von Glauben und gewaltsamem Handeln – von religiös begründeter Gewalt im Spätmittelalter über die Religionskriege der Frühen Neuzeit und konfessionelle Konflikte des 19. und 20. Jahrhunderts bis hin zu Formen religiös legitimierten Terrorismus in der Gegenwart. Im Zentrum stehen Motive, Legitimationsstrategien und Erscheinungsformen religionsbezogener Gewalt sowie deren gesellschaftliche, politische und kulturelle Kontexte. Dabei wird insbesondere danach gefragt, welche Funktionen Religion in Gewaltkonflikten erfüllte und wie sich religiöse Deutungsmuster und Gewaltpraktiken im historischen Wandel veränderten. Die Bereitschaft zur Lektüre englischsprachiger Forschungsliteratur wird vorausgesetzt.

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