Die europäische Geschichte vom späten 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gilt vielfach als „Zeitalter des Nationalismus“: als eine Epoche wachsender nationaler Identitäten, deren politischen Mobilisierung und des Zerfalls multinationaler Großreiche. Das Seminar richtet den Blick hingegen auf die Region als eigenständigen Faktor historischer Identitätsbildung.

Anhand ausgewählter Beispiele untersucht die Lehrveranstaltung, wie lokale Sprachen, Symbole und Traditionen seit dem 18. Jahrhundert neu bewertet wurden und überregionale Sichtbarkeit erlangten, wie sich im 19. Jahrhundert erste Regionalbewegungen formierten und wie Kulturregionalismen im 20. Jahrhundert zunehmend mit politischen Forderungen verbunden wurden. Theoretisch knüpft das Seminar an der Forschung zur Historischen Authentizität an – ein Zugang, der untersucht, wie Vergangenheit als „echt“, „ursprünglich“ oder „glaubwürdig“ wahrgenommen und dargestellt wird, und damit selbst Ergebnis von Authentisierungs- und Beglaubigungsprozessen ist.

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