Die von Heinrich Heine rückblickend als »Goethesche Kunstepoche« bezeichnete Zeit von 1770 bis 1830 stellt einen unumstrittenen Höhepunkt in der deutschen Literaturgeschichte dar, bildet dabei aber keinesfalls eine Einheit, sondern umfasst die höchst unterschiedlichen Epochen des Sturm und Drang, der Weimarer Klassik und der Romantik. Das Seminar möchte anhand der überaus reichhaltigen lyrischen Produktion dieser Zeit mit den wichtigsten ästhetischen und poetologischen Konzepten der genannten Epochen vertraut machen und dabei auch in die Interpretation lyrischer Texte einführen. Der Vielseitigkeit in gattungstypologischer Hinsicht (Volkslied, Sonett, Elegie, Ode etc.) entspricht ein breites thematisches Spektrum, das gleichermaßen Naturlyrik, Liebeslyrik und Gedankenlyrik umfasst. Neben der Lyrik Goethes sollen Gedichte von Schiller, Hölderlin, Novalis, Brentano, Eichendorff im Zentrum der Seminararbeit stehen, die durch einen abschließenden Blick auf die frühe Lyrik Heines und seine in der Schrift Die romantische Schule formulierte Kritik an der »Kunstepoche« perspektiviert wird.
- verantwortliche Lehrperson: Florian Trabert