Das Verhältnis zwischen Ausgangstext und seinen Bearbeitungen ist wohl nirgends so disparat wie bei den Zehn Geboten. Seit Jahrtausenden dienen diese Texte bei den Buchreligionen zur Auslegung und literarischen Verarbeitung. Von den ersten deutschen Übersetzungsversuchen im Mittelalter über Predigt und Exegese bis zum modernen Erzähltext wird diese Rezeptionsgeschichte exemplarisch untersucht; es stehen dabei nicht theologische, sondern literaturwissenschaftliche Fragen im Zentrum. Ausblicke auf die Rezeption im Film (USA 1956, Polen 1988/89, USA 2006) sind ebenso vorgesehen wie auf Formparodien („Das elfte Gebot“, „Zehn Gebote für Literaturkritiker“ usw.).
Literatur: Thomas Mann: Das Gesetz. Novelle (1944). Mit Kommentaren von Volker Ladenthin und Thomas Vormbaum (Juristische Zeitgeschichte Abt. 6, Bd. 39). Berlin, Boston 2013. – Weitere Literatur wird im Seminar zur Verfügung gestellt.
Bemerkung: Zu erbringende Studienleistungen bzw. Bedingungen zum Erwerb eines
Leistungsnachweises werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.
- verantwortliche Lehrperson: Martin Schubert