Gärten sind Räume, in denen sich globale Megatrends wie Klimawandel und Urbanisierung in der Stadt konkret beobachten und erforschen lassen. Sie machen zentrale Fragen zu Biodiversität, Ernährungssicherheit und sozialer Teilhabe im Kleinen sichtbar und erfahrbar. In Großstädten wie Essen und Duisburg übernehmen Gärten dabei eine wichtige Funktion – sowohl als Freizeit- und Erholungsräume als auch als Elemente zur Stabilisierung von Luft- und Wasserqualität sowie zur Förderung urbaner Biodiversität.
Als Bestandteil grüner Infrastruktur sind Gärten weit mehr als Orte privater oder gemeinschaftlicher Freizeitgestaltung. In ihnen bündeln sich zentrale gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen unserer Zeit, darunter Klimaanpassungsstrategien, nachhaltige Ressourcennutzung und zukunftsfähige Ernährungssysteme. Ihre vielfältigen ökologischen Leistungen – etwa die Regulation von Mikroklimata, die Unterstützung von Artenvielfalt sowie die Beeinflussung von Wasser- und Stoffkreisläufen – tragen wesentlich zur Lebensqualität in Städten bei.
Das Seminar verknüpft natur- und sozialwissenschaftliche Grundlagen des (urbanen) Gärtnerns mit interdisziplinären Perspektiven auf Nachhaltigkeit und ergänzt diese durch praktische gärtnerische Tätigkeiten. Ziel ist es, Gärten als komplexe soziale, ökologische und ökonomische Systeme zu analysieren, ihre Rolle in Prozessen urbaner Transformation kritisch zu reflektieren und wissenschaftliche Erkenntnisse durch eigene praktische Erfahrungen zu vertiefen. Das Seminar versteht sich außerdem als Vorbereitung auf die Internationale Gartenausstellung, die 2027 erstmalig im Ruhrgebiet stattfinden wird.
- verantwortliche Lehrperson: Stephanie Fritz