Das Seminar untersucht kollektive Prozesse in Kunst und Vermittlung. Ausgangspunkt sind Situationen, in denen Ideen, Entscheidungen und Handlungen nicht von Einzelnen ausgehen, sondern zwischen mehreren Personen entstehen. Dabei wird gefragt, wie Zusammenarbeit in künstlerischen Zusammenhängen organisiert wird, wie sich Rollen und Verantwortlichkeiten verschieben und welche Formen von Wissen, Autor:innenschaft und Handlung daraus hervorgehen. Im Mittelpunkt stehen Künstler:innenkollektive, kollaborative Arbeitsweisen und partizipative Formate der Gegenwartskunst. Untersucht werden Projekte, in denen mehrere Akteur:innen an der Entwicklung, Ausführung und Weitergabe von Ideen beteiligt sind. Dabei geht es um die Frage, wie künstlerische Prozesse gemeinsam gestaltet werden, wie Entscheidungen getroffen werden und wie sich Handlungen durch Wiederholung, Aneignung und Weitergabe verändern. Das Ruhrgebiet dient dabei als Untersuchungsraum. Mit seiner Geschichte von Arbeit, Migration, Gemeinschaft und Wandel bietet es zahlreiche Beispiele für Formen gemeinschaftlichen Handelns innerhalb und außerhalb des Kunstfeldes. Neben künstlerischen Projekten werden daher auch Netzwerke, Initiativen und andere Formen kollektiver Praxis betrachtet und daraufhin befragt, wie sie Wissen organisieren, Verantwortung verteilen und Prozesse gestalten.

Exkursionen bilden inhaltliche Achsen des Seminars. Eine Exkursion führt in das Marta Herford zur Ausstellung Mindset Los Angeles - Frank Gehry und die Cool School (27. Juni 2026 – 10. Januar 2027). Die Ausstellung richtet den Blick auf künstlerische Netzwerke und die Wechselwirkungen zwischen Architektur, Kunst und sozialem Umfeld. Im Seminar wird untersucht, wie Ideen, Arbeitsweisen und Haltungen innerhalb solcher Zusammenhänge entstehen und weitergegeben werden.

Eine weitere Exkursion führt in das NRW-Forum Düsseldorf zur Ausstellung ASIA POP (17. September 2026 – 23. Mai 2027). Die Ausstellung beschäftigt sich mit Popkultur, digitalen Bildwelten und globalen Netzwerken. Sie eröffnet die Möglichkeit, kollektive Prozesse jenseits klassischer Kunstinstitutionen zu untersuchen und zu fragen, wie Bilder, Erzählungen und kulturelle Praktiken gemeinschaftlich produziert, verbreitet und angeeignet werden.

Ergänzend werden künstlerische Positionen, Vermittlungsprojekte und Arbeitsweisen aus Kunst, Forschung und kultureller Praxis diskutiert. Dabei stehen unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit ebenso im Fokus wie Fragen nach Teilhabe, Autor:innenschaft und gemeinsamer Verantwortung.

Im Verlauf des Semesters entwickeln die Studierenden eigene künstlerisch-vermittelnde Formate, in denen Prozesse der Zusammenarbeit erprobt und untersucht werden. Ausgangspunkt können Handlungsanweisungen, Gesprächsprotokolle, Beobachtungen, Routinen oder alltägliche Situationen sein, die durch mehrere Beteiligte aufgenommen, verändert und weitergeführt werden. Die dabei entstehenden Formate werden dokumentiert, gemeinsam reflektiert und hinsichtlich ihrer Bedeutung für Kunstvermittlung und künstlerische Forschung untersucht.

 

Ziele des Seminars sind:

- Arbeitsweisen von Künstler:innen und kollaborativen Projekten in Kunst und Vermittlung zuanalysieren und zu reflektieren,

- Prozesse gemeinsamer Handlung, Entscheidungsfindung und Autor:innenschaft zu untersuchen,

- eigene künstlerisch-vermittelnde Formate zu entwickeln, die auf Zusammenarbeit, Weitergabe und Transformation beruhen,

- kollektive Prozesse als Gegenstand künstlerischer Forschung zu erproben und zu dokumentieren

Die genauen Termine der Exkursionen werden im Seminar abgestimmt und finden voraussichtlich an Samstagen oder Sonntagen statt.

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