- begleitende Lehrperson: Thomas Kersting
- verantwortliche Lehrperson: Verena Broszeit
- verantwortliche Lehrperson: Kerstin Gresens
- verantwortliche Lehrperson: Heike Theyßen
Neu: Lehr-Moodle der Universität Duisburg-Essen
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Der deutsche Sozialstaat steht seit jeher im Spannungsfeld gesellschaftlicher und politischer Debatten. Von den ersten Sozialversicherungen unter Bismarck bis zu den jüngsten Sozialreformen wurden Fragen der Prävention, Versorgung und sozialen Kontrolle immer wieder neu verhandelt. Das Seminar untersucht diese Entwicklungen insbesondere am Beispiel der Gesundheitsfürsorge. Gesundheit wurde im 19. Jahrhundert im Zuge von Industrialisierung und Urbanisierung zunehmend als wertvolle Ressource erkannt, die es zu fördern galt – kurativ wie präventiv. Dabei stand die Vorstellung eines leistungsfähigen „Volkskörpers“ im Mittelpunkt, die im 20. Jahrhundert, insbesondere im Nationalsozialismus, rassistisch überformt wurde. Das Seminar geht der Rolle des „Vorsorgestaates“ (François Ewald) nach und analysiert zentrale Reformen und historische Zäsuren von der Kaiserzeit über die Weimarer und NS-Zeit bis in die Gegenwart.
- verantwortliche Lehrperson: Helge-Fabien Hertz

Mit seinem Wunsch „Ich möcht’ ein Clown sein“ stellt sich der aus Moers am Niederrhein stammende Kabarettist Hanns Dieter Hüsch (1925–2005) in eine lange Tradition des Narrentums. Vom philosophischen Clown Hanns Dieter Hüsch lässt sich eine direkte Linie zu mittelalterlichen Narrenfiguren ziehen. Wie die Narren in Sebastian Brants “Narrenschiff” (1494) hält Hüsch der Gesellschaft den Spiegel vor.
Hüsch bezeichnete sich explizit als “Hanswurst, der Narr, der dumme August” und knüpfte damit auch an die mittelalterliche Tradition der Hanswurst-Figur an, die seit dem 16. Jahrhundert als derb-komische Gestalt der deutschsprachigen Stegreifkomödie bekannt ist. Beide - mittelalterliche Narren und Hüsch - nutzen Humor und Ironie zur Zeit- und Moralkritik. Während Brants Narren durch Karikierung und Übertreibung menschliche Schwächen entlarven, seziert Hüsch den bundesrepublikanischen Alltag und nimmt allerlei Torheiten aufs Korn.
Interessant ist auch die Parallele zwischen der religiös-moralischen Dimension der mittelalterlichen Narrenliteratur und Hüschs Rolle als säkularer Prediger, der regelmäßig bei Kirchentagen auftrat. Hüsch knüpft an die volkstümliche, oft derbe Sprache der mittelalterlichen Narrenliteratur an und bedient sich wie seine Vorgänger einer Sprachfärbung, die dem Volk aufs Maul schaut.
Das Seminar wird literaturwissenschaftliche Kontinuitäten aufzeigen und fragen, wie sich die Funktionen des Narren als Gesellschaftskritiker und Moralprediger über die Jahrhunderte gewandelt haben. Dabei werden Texte von Sebastian Brant bis hin zu Hüschs “Ich sing für die Verrückten” verglichen. Das medienwissenschaftliche Seminar wird zeigen, wie mittelalterliche Literaturtraditionen in der zeitgenössischen Kultur fortwirken.
Einführende Literatur:
Brant, Sebastian: Das Narrenschiff. Nach der Erstausgabe (Basel 1494} mit den Zusätzen der Ausgaben von 1495 und 1499 sowie den Holzschnitten der deutschen Originalausgaben, hrsg. v. Manfred Lemmer (4., erweiterte Auflage). Tübingen 2004.
Welke, Michael: Der Kabarettist als literarischer Orator. Produktions- und rezeptionsästhetische Strategien im Werk des literarischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch. Essen 2010.
- verantwortliche Lehrperson: Jörg Zimmer
Mit dem Übergang von der Hochschule in die Schule tauchen viele Fragen auf und kann bisher sicher Geglaubtes plötzlich ins Wanken geraten: Wie kann ich als Lehrperson überhaupt etwas davon mitbekommen, was Schüler:innen interessiert und antreibt? Wie kann ich mit der Ambiguität umgehen, als Lehrperson einerseits plan- und absichtsvoll handeln und bewerten zu müssen und gleichzeitig flexibel und offen für die Unvorhersehbarkeit des Unterrichtsgeschehens und die Unverfügbarkeit der Schülerinnen zu sein? Wie lassen sich ästhetische Bildungsprozesse initiieren und begleiten? Wie kann ich mir Spielräume – im Sinne von Zonen mit einer fluiden und experimentellen Ordnung – im institutionellen Kontext Schule bzw. im Kunstunterricht erobern? Und zu welchen Unterrichtsthemen kann eine kritische Lektüre des Lehrplans führen? Welche Erwartungen und Wünsche als angehende Lehrperson flankieren den Übergang von der Hochschule in die Schule und schreiben sich mitunter unbewusst in Prozesse der Unterrichtsplanung, der Lehrpraxis und der Reflexion ein? Und welche Bedeutung kommt der (kunst-)pädagogischen Theorie für die Gestaltung der Praxis zu?
Dieses Seminar dient der Vorbereitung auf das Praxissemester. Die aktuellen Herausforderung im Praxisfeld Schule werden theoriegestützt in den Blick genommen, um daran das eigene Lehrverständnis reflektieren und praxisnahe und zugleich experimentelle Perspektiven für den zukünftigen Kunstunterricht entwickeln zu können.
Das Studienprojekt, das im Praxissemester im Modus einer ›kunstpraxisbasierten Forschung‹ durchgeführt werden soll, wird im Vorbereitungsseminar in seinen Grundzügen schon konzipiert.
- verantwortliche Lehrperson: Katja Böhme
- begleitende Lehrperson: Chantal Vomlela
- verantwortliche Lehrperson: Fabian Anicker